WIENER ERINNERUNGSKULTUR: DAS GEDäCHTNIS DER STADT BEWAHREN

Eine aktive Erinnerungskultur ist für eine so diverse Stadt wie Wien unverzichtbar. Die große Herausforderung: Erinnerung ist auch an Zeitzeugen gebunden. Und von denen, die etwa den Nationalsozialismus selbst erlebt haben, gibt es nicht mehr allzu viele.

Mit ein Grund, warum in der Wiener Kulturstrategie 2030 entsprechende Ziele festgelegt wurden - und das Wissenschaftsreferat der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7) sich dazu mit dieser Ausschreibung an die Öffentlichkeit wendet: "Geschichte(n) Wiens: Projekt-Call für zeitgemäße Formen des Erinnerns. Eine Initiative der Stadt Wien zum Republikjubiläumsjahr 2025 (1945/55/95)". Damit soll insbesondere einer jungen Generation von Wienerinnen und Wienern mit Migrationshintergrund die Wiener Zeitgeschichte rund um Kriegsende, Staatsvertrag und EU-Beitritt näher gebracht werden.

Kollektive Erinnerung

“Ich freue mich, dass mit diesem Projekt-Call neue Impulse in die Gedenkkultur gelangen, denn es ist unsere Verpflichtung als Gesellschaft, auch für die kommenden Generationen die Erinnerung an begangenes Unrecht, an dunkle Momente unserer Geschichte zu bewahren”, sagt dazu Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). 

Was wird also gesucht? Wissenschaftsbasierte Projekte sowie Dialog- und Vermittlungsformate für eine breite Öffentlichkeit, insbesondere in den stark wachsenden und von Zuwanderung geprägten Wiener Bezirken. Ziel ist es, das Gemeinsame und Verbindende in den Momenten des kollektiven Gedächtnisses der Republikgeschichte zu finden und auch bisher vernachlässigte Perspektiven zu beleuchten. Damit sollen die Lücken in der Wiener Erinnerungskultur geschlossen werden.

Das Gesamtvolumen der Ausschreibung beträgt 800.000 Euro, wobei pro Einzelprojekt maximal 150.000 Euro zur Verfügung stehen. Projekte können noch bis 31. Oktober über ein Online-Formular eingereicht werden, der Projektstart ist für Frühjahr 2025 vorgesehen, die Projektdauer beträgt sechs bis 18 Monate.

2024-07-09T12:46:16Z dg43tfdfdgfd