DER SCHIEFE TURM VOM SENFTENBERGER SEE: WARUM SICH EIN BESUCH LOHNT

Das Lausitzer Seenland wartet mit etlichen Aussichtstürmen auf. Und von jedem bietet sich eine andere Perspektive. Einer ist der Turm am Senftenberger See. Alle Infos zu Anreise, Parken und Aussicht.

Den Turm am Südufer des Senftenberger See sieht man entweder von Weitem – zum Beispiel vom Stadthafen Senftenberg aus –, oder aber unmittelbar aus der Nähe, wenn man praktisch davor steht. Und da er eben etwas abgelegen steht, hat man in der Hauptsaison im Sommer den Turm zwar nie für sich, doch sind hier bedeutend weniger Menschen als in Koschen oder in Senftenberg anzutreffen. Wer mit dem Rad den See umrundet, kann hier eine schöne Rast einlegen.

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Rundherum der Bewuchs ist Jahrzehnte alt. Die Wunden des einstigen Tagebaus Niemtsch (Aufschluss 1938, Ende der Kohleförderung 1966) sind verheilt. Die Wiederurbarmachung des Tagebaus Niemtsch gilt als Musterbeispiel der DDR-Umweltpolitik.

Der Name des Landschaftsgestalters Otto Rindt ist mit der Transformation des Restloches und der Kippenflächen des Tagebaus zu Speicherbecken, Naturschutz- und Naherholungsgebiet eng verbunden. Allein die Seeflutung dauerte von 1967 an fünf Jahre. Die nicht gesicherten Inseln wurden zum ersten Naturschutzgebiet innerhalb eines ehemaligen Braunkohlenbergbaus im Lausitzer Revier.

Turm am Senftenberger See: Was kann man sehen?

Da der Turm mitten im Wald steht und die Treppen am Turm meistens außen entlangführen, fühlt man sich auf den ersten Metern wie in einem Baumwipfelpfad. Der Ausblick oben lässt den Blick über den Wald schweifen. Tafeln mit Pfeilen zeigen, was man in welche Richtung sieht, oder welches ferne Ziel man erreichen könnte. Das Basaltwerk liegt in der Nähe, in der Ferne kann man die Tribüne des Lausitzrings ausmachen. Man bekommt am Senftenberger See nur von hier oben ein Gefühl für die Größe der Inseln im See, deren Betreten verboten ist.

Der Turm kokettiert bei einer gewollten Neigung von 10 Grad aus der Senkrechten zum See hin übrigens mit dem Schiefen Turm von Pisa, der ungewollt 4,43 Grad aufweist. In der Lausitz sind die einzelnen Ebenen und Stufen natürlich waagerecht gebaut worden.

Senftenberger See: Was kann man dort erleben?

Der Senftenberger See ist der Inbegriff für Freizeitaktivitäten. Egal ob Camping oder Ferienhaus, Tagesbesucher oder Langzeiturlauber – hier wird es einem nicht langweilig. Radfahren, Skaten, Wandern, Baden, Sonnen, das Ausleihen von Tretmobilen oder überdachten Flößen ist möglich. Kunst und Kultur im Amphitheater locken. Das nächste gastronomische Angebot gibt es im Hafencamp keine zwei Kilometer entfernt. Die volle Runde um den See wird mit 17-18 Kilometern angegeben.

Anreise und Parken: Wie kommt man zum Turm am Senftenberger See?

Der Turm befindet sich wenige Meter neben dem asphaltierten Rundweg um den Senftenberger See. Direkt mit dem Auto anzusteuern ist er nicht. Es empfiehlt sich die Zufahrt von Großkoschen über die Bergstraße und die Straße zur Südsee. Hier kann man unweit des Hafencamps bequem (kostenpflichtig) parken.

Über den Rundweg sind es dann noch knapp zwei Kilometer bis zum Turm. Mit dem ÖPNV gelangt man bis Großkoschen. Ab dort muss man dann laufen oder eben Radfahren.

Welche Infrastruktur finde ich vor?

Kein Imbiss, keine Toilette, aber Abfallkörbe und Biertischgarnituren zum Rastmachen im Schatten der Kiefern. Massive Bügel zum Anschließen der Fahrräder sind vorhanden. Witzig sind die Metallgeräte der Dehnstation. Am Fuße des Turms gibt es einen Automaten, der um das Lösen eines freiwilligen Tickets bittet. Man bekommt als Dankeschön ein Ticket mit kleiner Landkarte als Souvenir.

Der Turm weist keine behindertengerechten Merkmale auf. Die Stufen der Treppe sind blickdicht aus Riffelblech, nur die untersten am Turmfuß sind durchlässig. Der Turm hat zwei Rundumgänge, der oberste ist überdacht und bietet Wetterschutz wie Sitzmöglichkeiten zugleich.

Angaben zum Turm am Senftenberger See:

  • Höhe: 31,5 m
  • Anzahl Stufen: 176
  • Baujahr: 2001
  • Eintritt: frei
  • Öffnungszeiten: permanent offen
  • Sonstiges: Der Turm hatte einen hölzernen Vorgänger, der aber aufgrund von Vandalismusschäden abgerissen werden musste. Beim Neubau entschied man sich für 105 Tonnen feuerverzinkten Stahl. Vorteil: Die Betreiber sind beim Entfernen von Graffiti und Aufklebern sehr hinterher, und Zinkspray ist augenscheinlich effektiv wie dezent einsetzbar. Gebaut wurde der Turm von der ortsansässigen Firma Züblin.

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